UFO statt SEO – Warum wir uns neu fokussieren müssen

Nein, das soll kein Abgesang auf die Suchmaschinenoptimierung werden. SEO ist nicht tot. Aber der Stellenwert von SEO verändert sich. Oder besser gesagt, der Wert den viele kleine und mittlelgroße Unternehmen der Suchmaschinenoptimierung zuschreiben, sollte sich ändern. Anstatt für Suchmaschinen zu optimieren sollten sich KMU mehr Gedanken um potentielle Kunden und den Nutzen Ihres Webauftritts für Besucher kümmern.

KMU setzen falsche Prioritäten

Wenn es um die Optimierung von Websites, Blogs, Onlineshops oder Landingpages geht, wird der Fokus leider meist darauf gerichtet eine bessere Platzierung in den Suchergebnissen zu erreichen. An zweiter Stelle steht dann das Bedürfnis sich selbst und das eigene Unternehmen im besten Licht zu zeigen. Zumindest ist das meine Erfahrung. Der Nutzen den eine Seite für den Besucher bietet steht, gerade bei kleinen Unternehmen, meist erst am Ende des Optimierungsprozesses. Soweit man sich überhaupt Gedanken über den potentiellen Kunden macht.

Den Nutzer in den Mittelpunkt rücken

Der Sinn einer Suchmaschine ist es für einen Nutzer die bestmögliche Information zu seiner Anfrage zu liefern. Im Laufe der letzten Jahre haben sich der Algorithmen mit denen Suchmaschinen arbeiten erheblich verbessert und die Anforderungen an Suchmaschinenoptimierung grundsätzlich verändert. Suchmaschinen versuchen heute zu ermitteln wie relevant und informativ eine Seite für eine Suchanfrage ist. Das heißt, nur wer wirklich Inhalte mit einem Nutzen für den Suchenden liefert, wird in Zukunft noch auf den vorderen Plätzen im Ranking erscheinen.

Nutzerfokussierte Optimierung

Es wäre also an der Zeit über eine Veränderung im Bereich SEO nachzudenken. Die Idee die mir letzte Nacht diesbezüglich durch den Kopf ging ist eine auf den Nutzer fokussierte Optimierung, die ich im Sinne der internationalen Verständlichkeit als User-Focused Optimization (UFO) bezeichne ;-). Ja, solche Dinge passieren manchmal wenn man nicht schlafen kann.

Ziele der nutzerfokussierten OptimierungNutzerorientierte Optimierung

UFO verfolgt im wesentlichen 3 Hauptziele

  • Kundengewinnung und Kundenpflege durch die Erstellung  und Bereitstellung von hochwertigen Inhalten
  • Nachhaltige Verbesserung der Positionierung in den unternehmensrelevanten Rankings der Suchmaschinen
  • Steigerung der Zufriedenheit der Nutzer

Komponenten der nutzerfokussierten Optimierung

1. SEO

UFO nutzt die grundsätzlichen Onpage-Faktoren der Suchmaschinenoptimierung entsprechend der von Google vorgegebenen Google Richtlinien für Webmaster.

2. Content Marketing

Hochwertige Inhalte in jeder Form sind das Grundelement der nutzerfokussierten Optimierung. Mit Lösungen und Informationen die auf die Bedürfnisse der Zielgruppe zugeschnitten sind schaffen Sie den entscheidenden Vorteil gegenüber Ihren Wettbewerbern. Richten Sie sämtlichen Content Ihrer Website am Nutzen für den potentiellen Kunden aus. Das gilt nicht nur für Texte sondern auch für Bilder, Videos, Infografiken, Formulare und Informationen zu Ihrem Unternehmen (z. B. Anfahrtswege, Referenzen, Ansprechpartner).

3. Content Optimierung

Texte:

  • Strukturieren Sie Ihre Texte sinnvoll und übersichtlich
  • Verwenden Sie passende Keywords massvoll
  • Verwenden  Sie Überschriften-Tags (h1 bis h6) um wichtigen Text hervorzuheben
  • Nutzen Sie aussagekräftige Überschriften und Zwischenüberschriften
  • Schreiben Sie in kurzen Sätzen
  • Artikulieren Sie einfach und verständlich
  • Garnieren Sie Ihren Text mit aussagekräftigen und passenden Bildern

Bilder:

  • Verwenden Sie nur hochwertige Bilder
  • Bilder müssen in einem klaren Kontext zu Ihren Inhalten stehen
  • Optimieren Sie Ihre Bilder für die Verwendung im Web
  • Jedes Bild benötigt einen bezeichnenden Dateinamen und ein Alt-Attribut mit Keywords
  • Beachten Sie Urheberrechte

Videos:

  • Produzieren Sie hochwertige Videos
  • Produzieren Sie relevante Videos für Ihre Zielgruppe
  • Veröffentlichen Sie Ihr Video auf YouTube
  • Optimieren Sie Ihre Videos für Suchmaschinen

Formulare:

  • Fragen Sie nur Informationen ab die Sie wirklich benötigen
  • Optionale Felder sind meist unnötig. Also einfach weglassen
  • Formulare müssen auch mobil einfach auszufüllen sein
  • Bestätigen Sie dem Nutzer den Versand des Formulars

4. Social MediaSocial Media für KMU

Die Hälfte (50,2 Prozent) aller Social Media-Nutzer nutzt die sozialen Netzwerke um sich über Unternehmen zu informieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Social Media Studie 2015 von Tommorrow Focus Media.

Eine KMU Umfrage von Twitter unter 500 Twitter-Nutzern die einem KMU auf Twitter folgen ergab, dass 67% eine bessere Einstellung gegenüber einem KMU haben, seit sie ihm folgen und seine Tweets lesen. 91 % der Befragten Twitter-Nutzer gaben an, in Zukunft mindestens einen Kauf bei einem KMU, dem sie folgen, zu tätigen. 70 % der Befragten gaben an, dass Twitter der Grund war, warum sie etwas bei einem KMU gekauft haben.

Die Nutzung von sozialen Medien zur Verteilung von Content ist ein wichtiger Schritt damit Inhalte gefunden werden. Teilen Sie Ihren Content und nützliche Informationen mit Fans und Followern. Kommunizieren Sie mit Interessenten und Kunden dort wo diese sich in ihrer Freizeit aufhalten. Bieten Sie in den sozialen Medien Inhalte die für Ihre Fans einen emotionalen oder persönlichen Nutzen beinhalten.

5. Zielgruppenanalyse

Für den Erfolg der nutzerfokussierten Optimierung ist es unbedingt erforderlich, die eigene Zielgruppe und deren Bedürfnisse zu kennen. Bei der Ermittlung der Zielgruppe geht es nicht nur um die vordergründigen Eigenschaften wie Geschlecht, Alter, Beruf und Einkommen. Vielmehr sollten auch Faktoren wie Einstellung, Motivation, Vorlieben und Statusbewusstsein berücksichtigt werden.

Sehr hilfreich ist es sogenannte Personas zu entwickeln. Dabei handelt es sich um hypothetische Archetypen echter Nutzer. Personas sind also fiktive Nutzer Ihrer Website oder Ihres Shops die stellvertretend für Menschen mit ähnlichen Eigenschaften stehen. Wenn Sie mehr zum Thema Personas erfahren möchten finden Sie hier weitere Informationen: Personas – eine Methode des User Centered Design, um Ihre Zielgruppe stets im Blick zu behalten.

6. Auswertung und Optimierung

BesuchertrackingErfolgskontrolle Online Marketing

Die regelmäßige Überprüfung von Kennzahlen wie Besucherzahlen, Verweildauer, Absprungraten anhand eines Tools wie Google Analytics oder Piwik sollte inzwischen zum Standardrepertoire jedes engagierten Marketers gehören. Aber gerade auch für kleine Unternehmen sind diese Werte sehr aufschlussreich. Welche Artikel haben den stärksten Zulauf? Welche Seiten werden von Besuchern ungelesen nach kurzer Zeit wieder verlassen? Wie oft wird die Infografik heruntergeladen? Anhand dieser Zahlen lässt sich sehr gut nachvollziehen für welche Inhalte Optimierungsbedarf besteht und was beim Nutzer ankommt.

Keywordanalyse

Darüber hinaus muss mit Hilfe der Google Webmaster Tools das Ranking der wichtigsten Schlüsselbegriffe überwacht werden. Google hat die Analyse der Keywords in den Webmaster Tools erst kürzlich komplett überarbeitet.  Auch wenn das auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig ist bietet sie doch mehr Informationen und bessere Vergleichsmöglichkeiten.

Erfolgskontrolle in den sozialen Medien

Je höher die Anzahl echter Fans oder Follower und je mehr Retweets oder Likes, desto besser. Das heißt aber nicht, dass man an der Zielgruppe vorbei tweeten oder posten soll nur um Unmengen an Fans zu gewinnen ;). Der Erfolg von Social Media wird nicht in Followern gemessen sondern in Aufträgen. Aber je mehr Menschen aus der Zielgruppe sich für Ihre Aktivitäten interessieren desto höher die Wahrscheinlichkeit für einen geschäftlichen Erfolg. Setzen Sie den geschäftlichen Erfolg der sich aus den sozialen Medien ergibt auch immer in Relation zu Ihrem Aufwand. Gewinnen Sie Fans und Follower durch überzeugende Inhalte und qualitativ hochwertige Inhalte nicht durch Masse. Überprüfen sie immer wieder welche Ihrer Posts besonders viele Reaktionen hervorrufen und orientieren Sie sich an diesen.

7. Kommunikation

Nehmen Sie sich Zeit für die Beantwortung von Kommentaren und Fragen, bedanken Sie sich für Retweets und Likes, versenden Sie E-Mails an Ihre Kunden. Ohne Kommunikation geht es nicht. Beteiligen Sie sich an Diskussionen zu Themen Ihrer Branche. Kommentieren Sie selbst auf Blogs, Websites, Facebook oder Xing wenn es um Ihr Fachgebiet geht. Als Experte werden Sie nur wahrgenommen wenn Sie präsent sind.

8. Suchergebnisoptimierung

Es ist schon etwas erschreckend, dass viele KMU auf ihren Websites keine oder eine auf allen Seiten gleiche Description verwenden. Title und Description sind der erste Eindruck eines Nutzers der mit Hilfe einer Suchmaschine nach einer Lösung sucht. Eine aussagekräftiger Titel und eine treffende Beschreibung dessen was der Suchende nach dem Klick auf ein Suchergebnis zu erwarten hat sollte das Mindeste sein. Gute Meta-Descriptions sind überzeugend, einfach zu lesen, verständlich, informativ und einprägsam.

Dass die Seite auf die ich von einem Suchergebnis gelange genau die Informationen enthält, die mir versprochen wurden versteht sich von selbst.

9. Call-to-Action

Eine klare Handlungsaufforderung sollte auf keiner Seite Ihres Webauftritts fehlen. Machen Sie Ihren Besuchern klar, was Sie von ihnen erwarten. Sollen Nutzer kaufen, sich zum Newsletter anmelden oder ein Formular ausfüllen? Dann fordern Sie dazu auf. Auch in Ihren Beiträgen in den sozialen Medien können Sie einen Call-to-Action einbinden.

Fazit

Nutzerfokussierte Optimierung ist sicherlich keine neue Idee. Umgesetzt wird sie jedoch gerade von kleinen und mittelgroßen Unternehmen kaum. Dabei wäre es an der Zeit endlich denjenigen in den Fokus zu stellen der dafür sorgt, dass Ihr Geschäftsmodell funktioniert: Ihren Kunden. Denken Sie darüber nach.

Dieser Artikel hat Ihnen gefallen? Teilen Sie ihn jetzt datenschutzfreundlich!

Ähnliche Artikel:

Holger Gassenschmidt

Ich blogge zum weit größten Teil zum Thema Online Marketing und SEO für lokale und regionale KMU. Dabei versuche ich immer mein Wissen allgemein verständlich und in einfachen Worten zu vermitteln, um auch Laien und Anfängern den Zugang zu einem sehr umfangreichen Themengebiet zu erleichtern.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.