Regionales Online Marketing – Handlungsbedarf bei KMU

Kleine und mittlere Unternehmen, die sogenannten „KMU“, machen 99,7 Prozent des Firmenbestandes in Deutschland aus. Rund 80% aller Betriebe haben weniger als zehn sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Diese kleinen Unternehmen sind meist auch ausschließlich lokal oder regional tätig.

Marketing in KMU ist meist Chefsache

In den meisten dieser kleinen Unternehmen ist Marketing, schon aus finanziellen und personellen Gründen, neben vielem anderen, daher Chefsache. Kein Wunder also, dass für viele KMU Internetmarketing keine oder nur eine geringe Rolle spielt. Meist konzentriert man sich, was Werbung und Marketing betrifft, dann doch lieber auf Altbewährtes und scheinbar mit weniger Aufwand Verbundenes wie z. B. Printwerbung in lokalen Nachrichtenblättern, Flyer oder Einträge in gedruckten Branchenbüchern. Websites im Stil der 90er, Uralt-News, überholte Online-Brancheneinträge und verwaiste Profile in den sozialen Medien sind die Folge, auf die wir tagtäglich im Internet stoßen. Noch immer betrachten viele kleine und mittelgroße Unternehmen das Internet fälschlicherweise nicht als relevante Marketing Plattform.

Lokale Suchanfragen nach Unternehmen finden heute im Internet statt

Den meisten Unternehmern ist durchaus bewusst, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Schließlich nutzen auch Unternehmer das Internet.

Einerseits fehlt jedoch meist die Zeit, sich in die vielen neuen Möglichkeiten des Online Marketing einzuarbeiten, andererseits wissen viele gar nicht wo sie anfangen sollten. Schlagworte wie Online Branchenwerbung, Influencer Marketing, Suchmaschinenmarketing, Online-Empfehlungen, Google Adwords, Bannerwerbung, Soziale Medien, E-Mail-Marketing und Mobile Marketing sind zwar in aller Munde, doch welche davon sind wirklich relevant für das eigene Unternehmen?

Wenn, bei steigender Tendenz,  mehr als die Hälfte aller Suchen nach regionalen Firmen oder Dienstleister im Web stattfinden, was können oder müssen KMU dann tun, um im Internet gefunden zu werden?

Beginnen Sie mit den Basics

Bei allen sonstigen sich bietenden Möglichkeit online auf sich aufmerksam zu machen, ist und bleibt die eigene Website ein absolutes Muss. Allerdings sollte sie auch gepflegt sein. Aktueller Inhalt, ansprechende und wertige Bilder sowie ein ansprechendes Layout sind hier die Grundausstattung. Lassen Sie die Website von einem Dienstleister oder einer Agentur erstellen. Dabei sollten Sie darauf achten, dass die Internetpräsenz über ein Content Management System von Ihnen selbst einfach gepflegt werden kann. Empfehlenswert sind hier WordPress, Joomla oder Typo3.

Websites brauchen Pflege

Nach der Fertigstellung der Website ist die regelmäßige Pflege angesagt. Eine Website ist nichts, das man einmal erstellt, um es dann nie nächsten Jahre nicht mehr zu bearbeiten. In Zeiten einfachster Content Management Systeme kann und sollte jedes Unternehmen darauf bedacht sein online aktuelle Informationen für Interessenten zur Verfügung zu stellen.

Optimieren Sie Ihre Website für Suchmaschinen, indem Sie bestimmte Texte, Bilder, Videos und Infografiken erstellen, die Ihren Besuchern und Kunden einen Mehrwert und Nutzen bieten. Überarbeiten Sie bestehende Seiten und aktualisieren Sie regelmäßig veraltete Inhalte.

Mit Tools wie Google Analytics oder Piwik bieten sich Ihnen zahlreiche Möglichkeiten zu messen, wie oft und wann Ihre Seite besucht wurde, welche Beiträge besonders häufig betrachtet werden und an welcher Stelle Nutzer die Website am häufigsten verlassen. Aus all diesen und weiteren Daten lassen sich recht gut Ideen zur Optimierung erkennen.

Machen Sie all das mindestens einmal im Monat, eher einmal die Woche. Erst wenn Sie die Pflege Ihrer Website verinnerlicht haben, sollten Sie sich mit Facebook, Twitter, Snapchat oder WhatsApp beschäftigen.

Social Media ist kein Ersatz für die eigene Website

Soziale Netzwerke und Messenger sind auch für kleine lokale Unternehmen eine hervorragende Ergänzung zur eigenen Online-Präsenz, aber sie sind kein Ersatz für die eigene Website.

Mit einer eigenen Website, haben Sie nicht nur volle Kontrolle über die Inhalte, das Design und die Navigationsstruktur, sondern auch mehr Möglichkeiten, Aktivitäten wie Anrufe, Besuche und Klicks zu verfolgen und auszuwerten. Die aus der Analyse resultierenden Daten können Sie dann verwenden, um Inhalte zu optimieren.

Zusätzlich können Sie auf Ihrer Website auch benutzerdefinierte Zielseiten einrichten, um Besucher zu lenken und damit noch bessere Ergebnisse zu erzielen. Nutzen Sie also die Freiheiten, die Ihnen Ihre eigene Website bietet.

Welche das sind? Dazu finden Sie hier auf meinem Blog viele weitere Informationen.

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Holger Gassenschmidt

Ich blogge zum weit größten Teil zum Thema Online Marketing und SEO für lokale und regionale KMU. Dabei versuche ich immer mein Wissen allgemein verständlich und in einfachen Worten zu vermitteln, um auch Laien und Anfängern den Zugang zu einem sehr umfangreichen Themengebiet zu erleichtern.

Ein Gedanke zu „Regionales Online Marketing – Handlungsbedarf bei KMU

  • 29 Oktober, 2012 um 17:37
    Permalink

    Absolut richtig, die deutschen KMU haben einmal mehr einen neuen Schritt im Internet schlichtweg verschlafen. Aber das ist m.E. nach im Moment dabei sich sukzessive zu ändern – wenn auch langsam und sehr sehr vorsichtig.
    Eine Anmerkung noch zur Einleitung des Textes: Werbung in gedruckten Branchenbüchern wurde 2012 erstmalig von Werbung in Online-Branchenbüchern abgelöst. Erste OM-Methoden scheinen also bei den KMU Akzeptanz (ja sogar Begeisterung?) zu finden! 🙂

    Antwort

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