Markenbildung für KMU – Braucht der Bäcker ein Branding?

Branding? Was ist denn das schon wieder? Und was hat das mit dem Bäcker zu tun? Zunächst mal zumindest nichts mit verbrannten Brötchen. Branding ist der englische Begriff für Markenbildung. Und Markenbildung ist nicht nur ein Thema das für Pepsi, Burger King, Motorola oder Opel interessant ist sondern eben auch für die lokale Bäckerei, das griechische Restaurant  um die Ecke oder das regionale Bauunternehmen.

Was ist Branding und wie geht das?Markenbildung für kleine Unternehmen

Branding auf das Corporate Design oder die eigene Website zu beschränken ist schon mal zu kurz gedacht. Auch die kleine blaue Papiertüte mit Logo zum Verpacken der Brötchen macht noch keine Marke. Wenn aber Kunden, wenn sie an leckere Brötchen und freundliche Mitarbeiter denken, den Namen unserer kleinen Bäckerei im Kopf haben, dann sind wir der Sache schon recht nahe.

Eine Marke hebt sich von Wettbewerbern ab. Und zwar durch das Gefühl, das sie in uns auslöst. Das kann sowohl positiv als auch negativ sein. Es geht nicht vorrangig um den tollen Werbeslogan, das einprägsame Logo oder das geniale Webdesign. Es geht um Emotionen und rationale Einschätzungen. Dabei ist es egal ob es sich bei der Marke um ein Produkt, eine Dienstleistung oder ein Unternehmen handelt.

Was bedeutet Markenbildung für kleine Unternehmen?

Bei der Markenbildung geht es darum positive Emotionen zu wecken und diese dem Interessenten oder Kunden gegenüber immer wieder zu bestätigen. Um als Marke erfolgreich zu sein müssen Sie Ihre einzigartigen Fähigkeiten kennen und nach außen kommunizieren. Und Sie müssen darauf achten einen guten Eindruck zu machen. Schaffen Sie sich einen „guten Ruf“.

Das gilt auch und vermehrt für Ihre Darstellung im Internet. Das eigene Unternehmen als Marke oder Autorität in einem bestimmten Themenbereich zu etablieren wird immer wichtiger. In Bewertungsportalen und den sozialen Medien sind längst nicht nur die großen Marken Thema. Auch kleine Anbieter müssen auf die eigene Reputation achten und gegebenenfalls reagieren können. Das kann nur funktionieren, wenn man als Unternehmen bereit ist sich zu engagieren und Kunden auch online zu überzeugen.

Markenstrategie einfach gedachtBranding für KMU

Natürlich versucht jedes noch so kleine Unternehmen einen guten Eindruck nach außen zu vermitteln. Und das gelingt meist ohne jemals einen Gedanken an Markenkern, Markenversprechen oder Markenwerte zu verschwenden. Aber überlegen Sie mal, wie viel erfolgreicher Sie vielleicht wären, wenn Sie zumindest ein paar wenige Grundsätze in Ihrem Marketing berücksichtigen würden.

Keine Angst, Sie brauchen keinen Experten. Sie müssen sich selbst nur einige Fragen beantworten um herauszufinden wie Sie sich in Zukunft positionieren möchten. Soweit möglich sollten Sie Ihre Mitarbeiter und Kunden in die Markenstrategie mit einbeziehen. Fragen Sie einfach mal nach was diese zu den aufgeführten Fragen sagen.

1. Finden Sie Ihren Markenkern

Fragen Sie sich was Ihr Unternehmen besonders gut kann. Worin sind Sie und Ihre Mitarbeiter besonders stark? Verfügen Sie über ein spezielles Fachwissen, spezielle Eigenschaften oder herausragende Fähigkeiten?

2. Finden Sie Ihren Markenwert

Was treibt Sie an? Was möchten Sie mit Ihrem Unternehmen erreichen? Mal abgesehen natürlich davon, dass Sie jede Menge Geld verdienen und ein sorgenfreies Leben führen wollen. Warum haben Sie sich für das entschieden was Sie tun?

3. Finden Sie Ihre Markenpersönlichkeit

Wie treten Sie und Ihre Mitarbeiter nach außen auf. Welches Erscheinungsbild bietet Ihr Unternehmen? Entspricht das äußerliche Erscheinungsbild dem was Kunden von Ihnen erwarten? Können Sie sich von Wettbewerbern in der Außendarstellung abgrenzen?

4. Finden Sie Ihr Markenversprechen

Was erwarten Aussenstehende von Ihrem Unternehmen? Welchen Nutzen versprechen Sie Interessenten und Kunden? Welche Lösungen können Sie einem Interessenten bieten? Versprechen Sie nichts was Sie nicht auch in Zukunft halten können.

5. Finden Sie Ihre Markenpositionierung

Was können Sie besser als andere? In welchen Bereichen können Sie sich von Wettbewerbern abheben? Welchen persönlichen und emotionalen Nutzen können Sie Kunden und Interessenten bieten? Welche Probleme Ihres Kunden lösen Sie konkret? Wie unterscheidet sich Ihre Marke bezüglich Preis und Qualität von Mitbewerbern?

6. Formulieren Sie Ihre Markencharakter

Fassen Sie Ihre Erkenntnisse zusammen. Wenn Sie alle oben stehenden Fragen beantwortet haben sollte Ihnen das nicht allzu schwer fallen.

Erstellen Sie ein Dokument indem Sie die folgenden 5 Punkte klar formulieren.

Angebot: Fassen Sie zusammen was Sie Ihren Kunden bieten können. Berücksichtigen Sie dabei was Sie für einen Interessenten tun und auf welches Wissen und welche Ressourcen Sie dabei zurückgreifen können.

Interesse: Machen Sie sich Gedanken wie Sie Ihr Angebot für potentielle Kunden interessant machen können. Dazu sollten Sie die Ängste und Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe kennen.

Nutzen: Hier geht es darum zu erfassen welchen speziellen Nutzen Ihr Unternehmen einem Kunden bieten. Also in erster Linie um Ihr Alleinstellungsmerkmal. Schreiben Sie auf welchen speziellen Vorteil ein Kunde hat wenn er sich für Ihr Produkt, Ihre Dienstleistung und Ihr Unternehmen entscheidet statt für einen Wettbewerber.

Motivation: Es gibt einen guten Grund warum Sie tun was Sie tun. Formulieren Sie ihn. Dieser Grund ist das was Sie antreibt für Ihre Kunden zu handeln.

Kundenappell: Sie haben ein feste Erwartung an Ihre Kunden. Formulieren Sie eine klare Handlungsaufforderung. Sagen Sie Kunden und Interessenten was diese aus Ihrer Sicht tun sollen.

Zusätzlich sollten Sie auch einen Mitarbeiterappell formulieren. Ihre Mitarbeiter und Angestellten müssen wissen was von Ihnen erwartet wird. Das beginnt bei ordentlicher und sachgerechter Kleidung, geht über die Umgangsformen innerhalb des Unternehmens und endet bei der Kommunikation mit dem Kunden.

Fazit:

Eine Marke ist die Summe aller Vorstellungen und Emotionen die ein Interessent oder Kunde mit einem Unternehmen, Produkt oder Dienstleistung in Verbindung bringt. So gesehen ist jedes Unternehmen, ja sogar jeder einzelne Mensch eine Marke. Beim Branding geht es also darum das Unternehmen, die Produkte, Dienstleistungen oder eine Person von anderen unterscheidbar zu machen. Dazu muss man sich aber zunächst Gedanken über den eigenen Ist-Zustand machen. Erst danach kann man gezielt Änderungen angehen.

Die Positionierung als Marke wird gerade im Rahmen des Online Marketings für kleine Unternehmen in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Das Internet bietet engagierten Unternehmen beste Möglichkeiten sich durch Zusatznutzen und Mehrwert vom Wettbewerb abzusetzen.

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Holger Gassenschmidt

Ich blogge zum weit größten Teil zum Thema Online Marketing und SEO für lokale und regionale KMU. Dabei versuche ich immer mein Wissen allgemein verständlich und in einfachen Worten zu vermitteln, um auch Laien und Anfängern den Zugang zu einem sehr umfangreichen Themengebiet zu erleichtern.

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