Kritische Gedanken zum Thema Online Marketing

Manchmal ist es ganz gut, ein paar Schritte zurückzutreten und das was man tut kritisch zu betrachten. In vielen Aspekten unseres Lebens bewegen wir uns in einer Blase. Ein wenig Abstand verschafft einem die Möglichkeit Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen.

Wenn man sich über viele Jahre mit den immer gleichen Dingen beschäftigt, verliert man unter Umständen die Fähigkeit sich mit diesen vorurteilsfrei auseinanderzusetzen. In diesem Artikel möchte ich versuchen diejenigen anzusprechen, die bereit sind, sich Gedanken über die Effektivität des digitalen Marketings zu machen, kritisch zu denken, Fragen zu stellen und die Dinge auch aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

Als Online Marketer habe ich mich in den vergangenen Jahren mit zahlreichen neuen Werkzeugen und Ideen auseinandergesetzt. Ich habe in dieser Zeit unzählige Beiträge verschiedenster Autoren zum Thema digitales Marketing gelesen. Der Inhalt und das Fazit war immer, dass Online Marketing die beste, einfachste und einzige Lösung ist, wenn es um die Zukunft des Marketings geht. Unternehmen, die den Einstieg ins Online Marketing verpassten, so dachte ich zeitweise, würden mit Ihren veralteten Methoden ins Abseits geraten oder gar komplett verschwinden.

Was ist Online Marketing?

Bevor man sich mit digitalem Marketing auseinandersetzt, ist es zunächst ratsam sich mit der Definition des Begriffs auseinanderzusetzen.

Ich versuche mich mal darin eine einfache Definition von Online Marketing zu liefern: „Online Marketing bezeichnet das Erreichen von Marketingzielen, durch Anwendung digitaler Technologien und Medien.“

Online Marketing umfasst eine unheimlich breite Masse an Formen. Angefangen bei der eigenen Website, über die sozialen Medien, bis zur Schaltung von Anzeigen in den Suchergebnissen von Google. Für jeden Bedarf ist etwas dabei und die Begeisterung kennt teilweise keine Grenzen.

Nichts scheint unmöglich zu sein, und wenn man sich mit dem Thema befasst, kann man schnell den Eindruck gewinnen, man müsse nur ein wenig Zeit investieren um den Durchbruch zu schaffen.

Zu diesem Fehlurteil haben zum einen wir Online Marketer selbst, aber auch die sozialen Medien, beigetragen.

Online Marketing? – Alles ganz einfach!?

Vor einigen Jahren war Online Marketing noch ganz einfach. Die Auswahl an Technologien und Medien war begrenzt. Heute jedoch wissen viele, gerade kleine Unternehmen mit den Möglichkeiten, die sich ihnen bieten gar nicht mehr umzugehen. Suchmaschinenoptimierung, Suchmaschinenwerbung, soziale Netzwerke, Content Marketing und E-Mail-Marketing sind noch die einfachsten Methoden um digital auf das eigene Unternehmen aufmerksam zu machen.

Dazu kommen inzwischen Themen wie Mobile Marketing, Influencer Marketing, Video-Marketing, Chatbots, Programmatic Advertising oder Virtual Reality. Wer sich in diesem Begriffswirrwarr nicht mehr zurechtfindet ist nicht alleine.

Aber hey, keine Bange. Für jeden dieser Bereiche gibt es einen Experten oder Spezialisten, der Ihnen gerne erklärt, warum Sie genau auf das setzen müssen, was er Ihnen empfiehlt.

Manchmal überkommt mich das Gefühl, dass viele Online Marketing Berater den Sinn ihrer Berufung nur noch darin sehen, dem Kunden etwas zu verkaufen, dessen einziger Nutzen darin besteht, die eigenen Einkünfte zu steigern.

Marketing hat sich nie geändert

Grundsätzlich nimmt das Marketing die geeignetste Botschaft auf und liefert sie an die gewünschte Zielgruppe, um sie zu veranlassen, dass zu tun was wir uns wünschen. Es kommt auch heute noch darauf an, Ihre Kunden zu kennen, ihnen die richtigen Produkte anzubieten und dann die passenden Vertriebskanäle auszuwählen, um die ausgewählte Zielgruppe zu erreichen. Ob dies durch Online Marketing, Telefonakquise, einer Anzeige in einer Zeitung oder einer Kombination verschiedenster Medien geschieht, ist eher zweitrangig.

Wie Sie ihr Marketingbudget (soweit vorhanden) verwenden, sollte auf Grundlage des Ziels und der Ergebnisse, die Sie erreichen wollen, vorbereitet werden. Wenn wir eine Kampagne auf Basis der Technologie oder des Mediums treffen, verlieren wir zwangsläufig den Kunden aus dem Blick. Im Marketing geht es aber darum zu verstehen, dass der Unternehmenserfolg auf den Bedürfnissen der Kunden basiert, und nicht darauf welches Medium gerade angesagt ist.

Das Medium ist sekundär

Verstehen Sie mich nicht falsch. Die ganzen Medien und Technologien, die das Online Marketing beinhaltet, haben ihre Berechtigung und ihren Sinn. Die Möglichkeiten, die Unternehmen im Bereich Marketing heute nutzen können, sind vielfältig und bieten, bei richtiger Anwendung, zahlreiche Vorteile. Aber wenn wir soweit gehen, dass wir die Auswahl der Technologie und des Mediums an die erste Stelle unseres Marketings setzen, läuft etwas grundsätzlich schief.

Digitale Überlastung

Wir leben heute zu einem Großteil in einer digitalen Welt. Während wir noch vor wenigen Jahren zuerst unseren PC anschalten mussten um ins Internet zu gelangen, sind wir heute dank unserer Smartphones permanent online. Wir checken unser E-Mails stündlich, lesen Nachrichten im Bus, im Zug oder während des Fernsehens und kommunizieren mit Freunden und Kollegen per WhatsApp und Facebook. Wir finden ein passendes Restaurant von unterwegs, lesen vor einer Anschaffung die Meinungen anderer Käufer und orientieren uns beim Buchen unserer Urlaubsreise an Bewertungen.

Aber obwohl wir ständig online sind, wird digitale Werbung kaum wahrgenommen, weggeklickt oder gleich über einen Adblocker verhindert.

Online Marketing ist keine Zauberei

Online Marketing bietet,, gerade auch kleinen Unternehmen zahlreiche Chancen, Dabei dürfen jedoch die Risiken nicht außer acht gelassen werden. Digitale Medien bieten eine erhöhte Reichweite bei niedrigeren Kosten im Vergleich
zu traditionellen Werbeformen. Wer es als Unternehmen bewerkstelligt, online mit interessanten Inhalten zu punkten, kann viele Menschen ansprechen und auf die eigenen Produkte aufmerksam machen.

Dabei muss aber immer berücksichtigt werden, dass sich Ihr Marketing rechnen muss. Wenn Sie täglich mehrere Stunden auf Facebook verbringen um Ihr Unternehmen bekannter zu machen, dann muss das einem klaren Ziel dienen und sich am Ende auch auszahlen.

Mein Fazit

Online Marketing ist kein Selbstzweck und kein Zaubermittel. Wo Medium und Botschaft nicht zueinander passen, werden Erfolge nicht zu erreichen sein.

Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Marketingkampagne ist, dem potenziellen Kunden die richtige Botschaft, zur richtigen Zeit, im richtigen Medium anzubieten. Dazu müssen Sie das Verhalten und die Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe kennen. Wenn das richtige Medium im Online Marketing zu finden ist, umso besser.

 

 

 

 

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Holger Gassenschmidt

Ich blogge zum weit größten Teil zum Thema Online Marketing und SEO für lokale und regionale KMU. Dabei versuche ich immer mein Wissen allgemein verständlich und in einfachen Worten zu vermitteln, um auch Laien und Anfängern den Zugang zu einem sehr umfangreichen Themengebiet zu erleichtern.

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