KMU und SEO – Eine Geschichte voller Missverständnisse

Haben Sie eine Website? Und möchten Sie bei Google ganz vorne gefunden werden? Und denken Sie die beste Möglichkeit dafür ist Suchmaschinenoptimierung? Dann muss ich Sie enttäuschen. Meiner Meinung nach liegen Sie nämlich falsch. Zumindest dann, wenn Sie SEO lediglich als Weg zu einer Top-Platzierung in den Suchergebnissen betrachten.

Was KMU möchten

Die meisten kleinen und mittelgroßen Unternehmen suchen nach einem Weg der sie mit möglichst geringem Aufwand und kostengünstig an die Spitze der Rankings für einen oder mehrere Suchbegriffe katapultiert. Meist sind sie sich noch nicht einmal klar darüber für welche Keywords diese Spitzenposition denn gelten soll.

Online Marketing heißt für viele kleine Unternehmen auch heute noch, dass man eine eigene Website hat die ein bis zwei mal jährlich mit einer Neuigkeit bestückt wird. Und das soll dann eigentlich auch schon ausreichen. Alles andere wäre nur mit zeitlichen und personellen Ressourcen machbar, die man nicht bereit ist einzusetzen.

Kurz gesagt, ein Großteil der kleinen Unternehmen wünscht sich genau das, was viele unseriöse Spam-Mails versprechen. Sie wollen für einen möglichste geringen Geldbetrag und mit möglichst geringem Aufwand auf Platz 1.

Was Google möchte

Google möchte dem Suchenden das für ihn relevanteste und nützlichste Ergebnis bieten. Die wichtigste Massnahme um bei einer Suchanfrage auf einem der begehrten Plätze zu stehen ist also qualitativ hochwertigen Content zu bieten. In den Webmaster Richtlinien beschreibt Google das so:

Erstellen Sie eine nützliche, informative Website und verfassen Sie Seiten, die Ihre Inhalte klar und eindeutig beschreiben. Denken Sie an die Begriffe, die Nutzer eingeben würden, um Ihre Webseiten zu finden, und nehmen Sie diese Begriffe in Ihre Website auf.“

Was Google von Ihnen erwartet ist also ganz klar, dass Sie Ihre Website für Besucher optimieren und nicht für Suchmaschinen.

Google macht kein Geheimnis daraus wie Sie einen der vorderen Plätze im Ranking erreichen können.

„Webmaster, die ihre Zeit und Energie für die Einhaltung und Aufrechterhaltung der Richtlinien aufwenden, sorgen für eine bessere Nutzererfahrung und werden folglich durch ein besseres Ranking belohnt als diejenigen, die ständig nach Schlupflöchern suchen.“

Die Grundprinzipien der Qualitätsrichtlinien sind laut Google:

  • Erstellen Sie Seiten in erster Linie für Nutzer, nicht für Suchmaschinen.
  • Täuschen Sie die Nutzer nicht.
  • Vermeiden Sie Tricks, die das Suchmaschinen-Ranking verbessern sollen. Ein guter Anhaltspunkt ist, ob es Ihnen angenehm wäre, Ihre Vorgehensweise einem konkurrierenden Website-Betreiber oder einem Google-Mitarbeiter zu erläutern. Ein weiterer hilfreicher Test besteht darin, sich folgende Fragen zu stellen: „Ist dies für meine Nutzer von Vorteil? Würde ich das auch tun, wenn es keine Suchmaschinen gäbe?“
  • Überlegen Sie, was Ihre Website einzigartig, wertvoll oder einnehmend macht. Gestalten Sie Ihre Website so, dass sie sich von anderen in Ihrem Bereich abhebt.

Zusammengefasst heißt das nichts anderes als:

Erstellen Sie nützliche Inhalte für Ihre Besucher

Missverständnisse rund um SEO

Während viele kleine Unternehmen noch immer daran glauben mit SEO einen einfachen Weg zu einem Top-Ranking gefunden zu haben setzt Google inzwischen viel stärker auf die Erkennung relevanter Inhalt.

Aber wie kommt es, dass so viele kleine und auch mittelgroße Unternehmen noch immer und vor allem anderen SEO als Lösung für Ihren Wunsch nach einem guten Ranking sehen.

Nun, zum großen Teil liegt es wohl an einigen Missverständnissen die sich in Bezug auf Suchmaschinenoptimierung hartnäckig halten. Diese Fehleinschätzungen wurden in der Vergangenheit, und werden auch heute noch, nur allzu gerne von unseriösen SEOs befeuert.

Missverständnis #1: SEO ist eine Wunderwaffe

Viele kleine Unternehmen sehen SEO als Wunderwaffe die Sie in den Rankings auf einen der vorderen Plätze bei Suchanfragen bringt. Der Glaube, dass SEO-Agenturen mit geheimnisvollen Tricks und dunklen Künsten schnell und einfach für anhaltenden Erfolg sorgen können, ist jedoch so weitverbreitet wie falsch.

Missverständnis #2: Websites müssen für Google optimiert werden

Das Problem beginnt mit dem Begriff „Suchmaschinenoptimierung“ und den Erwartungen die mit diesem Wort verbunden sind. Suchmaschinenoptimierung ist nämlich mehr als ein Mittel um für bestimmte Suchphrasen gefunden zu werden. Grundsätzlich liegt der Fehler schon darin, dass Ihre Website nicht für Suchmaschinen sondern für Menschen optimiert sein sollte. Immerhin ist es genau das, was Google von einer Website erwartet.

Die, für viele unangenehme, Wahrheit ist, dass der beste Weg zu einem guten Ranking über nützliche Inhalte führt. Und deshalb mit Arbeit, Engagement und Zeit verbunden ist.

Missverständnis #3: Einmal SEO ist genug

Natürlich macht SEO Sinn. Aber nur wenn es nicht nur eine einmalige Aktion ist. Suchmaschinenoptimierung ist ein fortlaufender Prozess. Alleine schon deshalb weil der Google-Suchalgorithmus nicht statisch ist. Matt Cutts, Head of Googles Webspam Team, zufolge wurden beispielsweise 2012 ganze 665 Änderungen am Ranking-Algorithmus vorgenommen.

Darüber hinaus halten sich auch viele Mythen um die Suchmaschinenoptimierung. Einige dieser Mythen habe ich in meinem Beitrag „10 SEO Mythen die Sie sofort vergessen können“ zusammengefasst.

SEO verliert an Bedeutung

SEO in seiner traditionellen Form hat in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung verloren. Strategien wir Keywordstuffing, Backlinkkauf oder Social Bookmarks funktionieren schon lange nicht mehr.

Olaf Kopp bringt es in seinem Beitrag „Branding & das neue Google Ranking: Warum SEO nicht mehr reicht…“ mit dem Satz: „Mindestens 50% der Rankingsignale sind durch SEO nicht mehr direkt beeinflussbar“ auf den Punkt. 

Wer heute in den Suchergebnissen ganz vorne landen will muss sich auf die Bedürfnisse der Nutzer einlassen. Nützliche, informative und unterhaltende Inhalte, Relevanz, Usability, Signale aus den sozialen Medien und natürlich generierte Backlinks werden in Zukunft über das Ranking einer Website entscheiden.

Ist SEO tot?

SEO ist nicht tot. Es wird auch in Zukunft seine Berechtigung haben. Sei es bei der technischen Optimierung von Websites, im Bereich der User Experience oder bei der Personalisierung von Inhalten.

Worauf ich hinaus will ist, dass KMU sich zu allererst Gedanken über den Nutzer machen müssen. Ich möchte von interessierten Unternehmern gefragt werden, auf welche Weise die Firmenwebsite für Nutzer optimiert werden kann. Kleine Unternehmen müssen lernen, dass Sie Ihre Website nicht für Suchmaschinen erstellt haben sondern für Menschen. Dass dies mit Arbeit, Engagement und zeitlichem Azfwnd verbunden ist Weiß ich. Aber sollte Ihnen Ihr Kunde das nicht wert sein?

 

 

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Holger Gassenschmidt

Ich blogge zum weit größten Teil zum Thema Online Marketing und SEO für lokale und regionale KMU. Dabei versuche ich immer mein Wissen allgemein verständlich und in einfachen Worten zu vermitteln, um auch Laien und Anfängern den Zugang zu einem sehr umfangreichen Themengebiet zu erleichtern.

Ein Gedanke zu „KMU und SEO – Eine Geschichte voller Missverständnisse

  • 5 September, 2015 um 10:28
    Permalink

    Eigentlich ein ordentlicher Artikel. Sie müssen allerdings Kommasetzung lernen, sonst nimmt man Sie nicht ernst.

    Antwort

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