Datenschutz und Social Sharing Buttons – Rechtssicher teilen

Jeder Webseitenbetreiber ist für das, was auf seinen Webseiten mit Nutzerdaten passiert verantwortlich. So weit, so gut, sollte man denken. Das Problem ist aber, dass der Webseitenbetreiber sich über manche Dinge gar nicht wirklich bewusst ist.

Social Sharing Buttons senden persönliche Daten

Gerade beim Thema Social Sharing Buttons machen sich wohl die wenigsten Unternehmen Gedanken über den Datenschutz. Und mal ganz ehrlich, auch ich habe bis vor Kurzem, ohne mir allzu viele Gedanken zu machen, die Sharing Buttons von AddThis auf meiner Seite verwendet. Sicher habe ich mir hin und wieder Gedanken über das Thema Datenschutz gemacht, aber zum einen war die Lösung schick und zum anderen die Installation bequem. Aber die Buttons, mit denen Besucher Inhalte einer Website auf Facebook, Twitter und Co. teilen können, senden über den Browser persönliche Daten wie die IP-Adresse oder Cookies an die Server der sozialen Dienste.

Zwei-Klick-Buttons sind (k)eine Lösung

Klar, man hat immer wieder von verschiedenen Gerichtsurteilen gehört oder über datenschutzrechtliche Bedenken gelesen, aber ernsthaft über eine Alternative nachgedacht hab ich eher selten. Zwischendurch hatte ich es mal mit der Zwei-Klick-Lösung versucht, aber irgendwie war die ja auch nicht wirklich sexy. Schon das Design war ja eher abschreckend. Und wer macht sich schon die Mühe zweimal zu klicken nur um ein Like zu geben?

Die Zwei-Klick-Buttons waren also keine Lösung für mich. Dann doch eher etwas weniger Datenschutz und dafür mehr Shares. Also ging es zurück zu AddThis. Sieht gut aus, wird genutzt und bietet ein paar tolle Features.

Ein Gerichtsurteil und seine Folgen

Ende dieser Woche habe ich mich jetzt entschieden, AddThis von meiner Website zu verbannen. Den Ausschlag für diese Entscheidung gab ein Urteil des Landgericht Düsseldorf in einem Rechtsstreit zwischen der Verbraucherzentrale NRW und dem Unternehmen Fashion ID der Unternehmensgruppe Peek & Cloppenburg. In diesem Urteil kommt das Landgericht zu der Auffassung, dass die Einbindung des „Like“-Buttons auf Unternehmenswebseiten, ohne Aufklärung und Zustimmung der Seitenbesucher, hinsichtlich der Weitergabe von Daten an Facebook, einen Verstoß gegen Datenschutzvorschriften darstellt.

Datenweitergabe ohne Hinweis

Fashion ID hatte den Facebook „Like“-Button als Plug-In auf seiner Unternehmensseite eingebunden. Das klingt ja zunächst einmal nicht allzu schlimm, machen ja viele Unternehmen. Das Problem sah das Gericht jedoch darin, dass schon beim einfachen Aufrufen einer Website Daten über das Surfverhalten des Besuchers an Facebook weitergeleitet werden. Ob der Nutzer einen eigenen Facebook-Account hat oder nicht, ist dabei sogar völlig egal. Eine Information über die Weitergabe dieser Daten an Facebook war auf der Website des Unternehmens nicht vorhanden.

Weitere Informationen zum Urteil: Facebook „Like“-Button verstößt gegen datenschutzbestimmungen 

Unabhängig von etwaigen Folgen aus diesem Urteil hat es mich zum Nachdenken gebracht. Und zu der Überzeugung, dass ich mich nochmals intensiv nach einer Lösung umsehen sollte, die meinen Lesern mehr Schutz bietet.

Welche Daten übermittelt AddThis?

Am Anfang wollte ich zuerst mal wissen, welche Daten AddThis erfasst und weitergibt. Dazu findet man Informationen in den Datenschutzhinweisen verschiedener Unternehmen. Grundsätzlich unterscheidet sich das Tool diesbezüglich kaum von Facebook.

AddThis übermittelt nämlich zahlreiche persönliche Daten an Server in den USA. So wird bei jedem Besuch über das Plugin eine direkte Verbindung zu den Servern von AddThis hergestellt. Der Inhalt des Plugins wird von AddThis direkt an den verwendeten Browser übermittelt und in die Seite eingebunden. Durch die Einbindung erhält AddThis die Information, dass der Browser die entsprechende Seite aufgerufen hat und speichert zur Identifikation ein Cookie auf dem verwendeten Endgerät.

Diese Information einschließlich der IP Adresse wird vom Browser direkt an einen Server von AddThis in die USA übermittelt und dort gespeichert. Verwendet werden diese Daten zur Erstellung von Nutzerprofilen, die als Grundlage für eine personalisierte und interessenbezogene Werbeansprache der Besucher von Webseiten mit AddThis-Plugins dient.

Gibt es datenschutzkonforme Social Sharing Buttons?

Das ich von der Zwei-Klick-Lösung wenig begeistert bin, hatte ich ja bereits erwähnt. Also musste ich nach einer Alternative suchen, die meinen Ansprüchen gerecht wird. Einfach zu implemtieren, nützlich für den Besucher und in einem ansprechenden Design sollte die neue Lösung sein.

Shariff – Datenschutzkonform teilen und liken

Und ich bin fündig geworden. Schon 2014 hat das Magazin c’t mit dem Projekt Shariff eine Lösung entwickelt, die dem geltenden Datenschutz entspricht, gut aussieht und für den Nutzer so einfach zu bedienen ist, wie er das gewohnt ist. Mit Shariff kann ich meinen Besuchern also eine tolle und rechtlich sichere Möglichkeit bieten, meine Beiträge zu teilen. Und es gibt sogar ein WordPress-Plugin, das die Implementierung ganz einfach macht.

Fazit

Mit Shariff habe ich endlich die idealen Sharing Buttons gefunden. Das Tool kann in jede Website integriert werden und ist für den Nutzer genauso einfach bedienbar wie die datenschutzrechtlich bedenklichen Alternativen verschiedenster Anbieter. Ich kann Unternehmen die Einbindung nur empfehlen und gehe mit gutem Beispiel voran. Dass ich das erst jetzt mache, bitte ich zu entschuldigen. Ich gebe zu, hier alles andere als verantwortungsbewusst gehandelt zu haben.

Und nicht zu vergessen: Ich würde mich natürlich freuen, wenn Sie diesen Artikel zum Anlass nehmen meine neuen Buttons zu testen.

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Holger Gassenschmidt

Ich blogge zum weit größten Teil zum Thema Online Marketing und SEO für lokale und regionale KMU. Dabei versuche ich immer mein Wissen allgemein verständlich und in einfachen Worten zu vermitteln, um auch Laien und Anfängern den Zugang zu einem sehr umfangreichen Themengebiet zu erleichtern.

5 Gedanken zu „Datenschutz und Social Sharing Buttons – Rechtssicher teilen

  • Pingback: Corporate Blog - Sechs Tipps für Ihren Erfolg - Regionales Online Marketing für KMU

  • 23 Juli, 2016 um 04:17
    Permalink

    Hallo Holger,
    nun gut, habe soeben auf den Twitter-Button geklickt. Zeigst du absichtlich keine Share-Counts auf den Buttons an. So würde es zwar zeigen, wie oft geshared wurde, aber den einen oder den anderen könnte es dazu animieren.

    Übrigens geht Shariff auf bei Drupal 7 und im Xenforo-Forum, welches ich habe. Dafür sind diese Buttons auch verfügbar. Ein paar andre OpenSource CMS dürften da auch schon mit dabei sein.

    Ich setze auf meinen WordPress Blogs, um genau zu sein, das WordPress-Plugin Shariff Wrapper ein, welches stets weiter entwickelt wird. Das ist zur Zeit die Social Sharing Lösung mit dem deutschen Datenschutz schlechthin. Das nutzen wir dann bestimmt solange, bis noch weitere Gerichtsurteile auf uns Webseitenbetreiber und Blogger einstürzen.

    Ich sehe oft auf deutschen Blogs irgendeine Social Share Lösung, aber kein Shariff. Das muss natürlich jeder Blogger selbst wissen, doch sehr sehr teuer wird es im Falle eines Falles sein. Da möchte ich als Blogger schon vorher im Vorfeld abgesichert sein. Shariff Wrapper macht es dann möglich und es werden beim Aufrufen des Blogs keine Daten einfach so sonst wohin gesendet.

    Antwort
  • 4 Oktober, 2016 um 09:54
    Permalink

    Hallo Holger! Du hast hier sehr treffend die aktuelle Problematik formuliert – zwar sind jedem mittlerweile Begriffe wie Datenschutz bekannt, aber wie vorsichtig man wirklich sein muss, das weiß bei weitem nicht jeder. Natürlich möchte jedes Unternehmen sicher mit den Daten umgehen, aber das WIE ist für die meisten ein Fragezeichen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das vor allem bei KMUs ein Problem ist. Da gibt es eben keine eigene IT Abteilung, die sich den ganzen Tag mit diesen Dingen auseinander setzen kann. Unser Chef hat uns deswegen alle zu einem Seminar für Datenschutz geschickt (https://www.securitycoach.at/workshop-seminar/unternehmen-digital-sicherheit-fuer-kmus/) – dort wurden wir aufgeklärt über unsere Sicherheitslücken (einen Social Media Button hatten wir zum Glück nicht ;)) und wie wir am besten damit umgehen können. Ich finde solche Seminare sind eine wirklich gute Möglichkeit, um in kurzer Zeit alle Mitarbeiter einzuschulen und individuelle Lösungen für Firmen zu finden!

    Antwort
  • 14 November, 2016 um 16:05
    Permalink

    Hey Holger,
    du hast bei deinen sharing buttons die „Drucken“ Option dabei. Ich konnte bei shariff leider kein setting oder data-Parameter dafür finden.
    Kannst du verraten, wie du das eingebaut hast?
    Danke 🙂

    Antwort
    • 14 November, 2016 um 19:59
      Permalink

      Hallo Andrej,

      kein Problem. Ist ein weiteres Plugin, das sich „Print Friendly and PDF“ nennt. Finde es sehr nützlich und ist einfach zu implementieren.

      Liebe Grüße

      Holger

      Antwort

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