Kann das weg? Das Ende der Keywords ist nah

Während wir noch immer Keyword-Recherche betreiben, ist Google bereits einen Schritt weiter. Ausgehend von den zurückliegenden, aktuellen und zukünftigen Auswirkungen durch Google‘s Hummingbird Algorithmus ist ein nahendes Ende der statischen Suchbegriffsanalyse abzusehen. Google versucht immer stärker natürliche Sprache und den aktuellen Kontext einer Suchanfrage zu erfassen. Ergebnisse zu einer Anfrage werden längst nicht mehr nur anhand von Schlüsselbegriffen, sondern vermehrt anhand von Suchmustern und Situationen ausgewertet. Und es ist davon auszugehen, dass Google darin immer besser werden wird.

Themen und Menschen statt Keywords und Maschinen

Durch diese Entwicklungen im Algorithmus der Suchmaschine ändert sich SEO dahingehend, dass bei der Planung und Erstellung von Inhalten, für eine Website oder einen Blog, eine thematische Relevanz des gesamten Inhalts entwickelt werden muss. Wir müssen deshalb nicht aufhören Websites auf Keywords zu optimieren. Aber wir sollten anfangen unseren Fokus auf das zu richten, was der Internetnutzer wirklich sucht.

Hinter jeder Suchanfrage, hinter jedem eingegebenen Suchbegriff steckt, abhängig von der Situation des Suchenden, ein akutes Informationsbedürfnis und eine bestimmte Absicht. Um diesem Informationsbedürfnis nachzukommen, reicht es bei Weitem nicht mehr aus einfach einen speziellen Schlüsselbegriff mehrfach in die von uns erstellten Inhalte einzufügen, um eine Suchmaschine von der Relevanz eines Textes zu überzeugen. Stattdessen sollten wir uns fragen, was der Nutzer, in welcher Situation, eigentlich finden möchte. Es geht darum, dem Suchenden eine seinen persönlichen und aktuellen Bedürfnissen entsprechende Lösung zu bieten und zu erkennen, was hinter den von ihm verwendeten Begriffen wirklich steckt.

Spracheingabe und Mobilgeräte

Die Anforderung die Relevanz eines Textes auf ein Thema zu lenken anstatt auf ein einzelnes Keyword bedingt sich auch durch die immer weiter um sich greifende Nutzung der Sprachsuchfunktion in Mobilgeräten. Aus der Suche nach “Schuhe kaufen“ wird durch die Möglichkeit zum Dialog “Wo kann ich Schuhe kaufen?“. Als Ergebnis erhält der Suchende Geschäfte in ihrer Nähe angeboten. Google interpretiert also die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Wörtern einer Anfrage und bezieht den eigenen Standort in das Ergebnis mit ein. Das dürfte jedoch nur der Anfang sein. Schon seit geraumer Zeit liefert mir Google Now auf die Frage “Wie wie wird das Wetter morgen?“ die Antwort “In Bad Krozingen wird es morgen regnen“.

Micro Moments bestimmen Suchanfragen

Die Möglichkeit das Internet immer und an jedem Ort mobil zu nutzen hat unser Leben in der Gesellschaft und unser soziales Verhalten verändert. Wir kommunizieren, arbeiten, kaufen und leben heute online. Wenn Verbraucher die Lösung für ein aktuelles Problem suchen, an einen bestimmten Ort gelangen möchten, eine Dienstleistung benötigen oder einfach nur etwas kaufen wollen entstehen online Berührungspunkte. Google bezeichnet diese kleinen Augenblicke als Micro Moments. Ein Micro Moment ist also eine von einer Absicht oder einem Gedanken geleitete Aktion auf einem mobilen Endgerät. Dieser situationsbezogenen Anforderung wird die klassische Nutzung von Keywords einfach nicht mehr gerecht.

Relevanz von Keyboards wird weiter sinken

„Keywords“ werden nicht verschwinden. Aber die Relevanz von einzelnen Schlüsselbegriffen für die ermittelten Suchergebnisse wird sich im Verhältnis zum thematischen Kontext der Frage und zur aktuellen Situation eines Benutzers verringern. Schon heute unterscheiden sich Suchergebnisse abhängig vom Nutzer, dem lokalen Standort und dem verwendeten Gerät teilweise erheblich. Nicht ohne Grund zeigt Google Webmaster Tools die “durchschnittliche“ Top-Position Ihrer Website auf der Suchergebnisseite für die jeweilige Suchanfrage an.

Keywords in Ihrer Verwendung im Titel, der Url, als Alt-Tag oder in der Description sind sicherlich noch immer relevant, werden auf Dauer aber sicherlich an Bedeutung verlieren.

Qualitativ hochwertige Inhalte

Ihre Inhalte sind dann relevant, wenn sie eine möglichst passende und qualitativ hochwertige Information für die aktuellen Bedürfnisse des Suchenden liefern. Das beinhaltet über den reinen Inhalt hinaus auch Faktoren wie die Ladegeschwindigkeit einer Website, die Verlinkung der Inhalte, deren Beliebtheit und um die 200 weitere Faktoren.

Liefern Sie Ihren potenziellen Besuchern wertvollen Mehrwert. Optimieren Sie Ihre Website auf die Bedürfnisse von Menschen statt auf Schlüsselbegriffe. Verwenden Sie Synonyme und bleiben Sie beim Thema. Wer die Inhalte seiner Website auf die speziellen Anfragen von Nutzern der Googlesuche anpasst, wird auch in einer Zukunft ohne Keywords gut gefunden werden.

Print Friendly
Dieser Artikel hat Ihnen gefallen? Teilen Sie ihn jetzt datenschutzfreundlich!

Ähnliche Artikel:

Holger Gassenschmidt

Ich blogge zum weit größten Teil zum Thema Online Marketing und SEO für lokale und regionale KMU. Dabei versuche ich immer mein Wissen allgemein verständlich und in einfachen Worten zu vermitteln, um auch Laien und Anfängern den Zugang zu einem sehr umfangreichen Themengebiet zu erleichtern.

Ein Gedanke zu „Kann das weg? Das Ende der Keywords ist nah

  • 25 November, 2013 um 09:09
    Permalink

    Das mit den hochwertigen Inhalten kann ich bestätigen.

    Ich selbst habe den einen oder anderen Artikel auf meinem Blog den ich nicht optimiert habe, die aber ziemlich gut gelesen werden.

    Man muß nur dafür sorgen dass Google die Inhalten in den Index nehmen kann und man zum Beispiel durch eine falsche robots.txt das Indexieren verhindern würde.

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.