Grundlegende Kanäle des Online Marketings für kleine Unternehmen

Kleine Unternehmen fühlen sich durch Online Marketing mehr und mehr überfordert. Kein Wunder, schließlich wird beinahe wöchentlich eine neue Sau durchs digitale Dorf getrieben.

Während große Unternehmen in Social Media Manager, Content Marketing Experten, Community Manager, Analytics Spezialisten, SEOs und SEAs investieren, und die bestehenden Marketingabteilungen mit digitalem Know-How aufrüsten, können KMU von derlei Ressourcen meist nur träumen. Weitaus häufiger mangelt es den kleinen Unternehmen bereits am grundsätzlichen Wissen um die Möglichkeiten des Online Marketing oder aktueller digitaler Trends.

Kleine Unternehmen sind, schon aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten, auf einfache Lösungen angewiesen. Und das Schöne am digitalen Marketing ist, dass es diese einfachen und kostengünstigen Methoden gibt.

Als KMU im Wettbewerb bestehen

Man braucht auch heute nicht zwingend einen MBA oder ein komplettes Marketingteam, um im Wettbewerb bestehen zu können. Aber man sollte mit den grundsätzlichen Möglichkeiten des Online Marketing vertraut sein um es effektiv einzusetzen.

Um Ihnen den Einstieg in die Welt des digitalen Marketings zu erleichtern, möchte ich Ihnen vier grundlegende Kanäle des Online Marketings näherbringen und versuchen Ihnen ein paar sinnvolle Tipps zu den jeweiligen Vorteilen zu geben.

Die Idee von Owned Media, Earned Media und Paid Media basiert auf einem Modell, dass laut Wikipedia „… erstmals 2008 von der Mediaplanung des Unternehmens Nokia verwendet und 2009 durch eine Studie des Marktforschungsunternehmens Forrester Research einer größeren Öffentlichkeit…“ bekannt gemacht wurde.

Da zu dieser Zeit die sozialen Medien noch eine weitaus geringere Bedeutung hatten, macht es meiner Meinung nach Sinn, das Modell heute mindestens um den Bereich Shared Media zu erweitern, wobei sich der Begriff Shared jedoch nicht nur auf soziale Medien beschränkt.

Was ist Owned Media?

Als Owned Media werden alle Medien bezeichnet, die einem Unternehmen selbst gehören und die es selbst betreut. Dazu gehören in erster Linie die eigene Website und der eigene Blog sowie alle selbst erstellten und im Web veröffentlichen Inhalte eines Unternehmens.

Wichtig:

  1. Ihre Website ist der zentrale Anlaufpunkt für alle Ihre Kunden. Bieten Sie hier nur qualitativ hochwertige Inhalte an. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Website oder Ihr Blog technisch und optisch auf einem möglichst hohen Niveau liegen und auch mobil ein einwandfreies Erlebnis bieten.
  2. Im Content Marketing geht es nicht in erster Linie darum zu verkaufen. Der von Ihnen erstellte Content auf Ihrer Website, Ihrem Blog oder in den sozialen Medien muss Ihren potenziellen Kunden einen Mehrwert bieten. Erstellen Sie also nützliche und verständliche Inhalte um Kunden zu gewinnen.
  3. Berücksichtigen auf allen Owned Media Kanälen und in allen Owned Media Inhalten die aktuelle Situation des Nutzers im Kaufprozess. Bieten Sie passende Inhalte für Menschen die sich schon für einen Kauf entschieden haben, ebenso wie für solche die mit Ihrem Produkt erstmals in Berührung kommen. Und denken Sie daran, dass es auf dem Weg bis zur Entscheidung viele Berührungspunkte und -Situationen geben kann.

Was ist Shared Media?

Shared Media betrifft alle Inhalte, die Sie über die sozialen Medien oder andere Plattformen verbreiten. Dabei bezieht sich “Shared“ jedoch nicht auf das teilen an sich, sondern begründet sich darin, dass Sie nicht der alleinige Nutzer der Plattform sind. Im Unterschied zu den Owned Media haben Sie hier nicht die volle Kontrolle über die Verbreitung und die Inhalte.

Twitter beschränkt (noch) die Anzahl der verwendbaren Zeichen, Facebook erlaubt es nicht eine Bild innerhalb eines Textes einzufügen oder eine andere Schriftart zu wählen. Selbst die Google Suchergebnisse können als Shared Media angesehen werden.

Wichtig:

  1. Shared Media bieten Ihnen die Möglichkeit, eine große Menge Menschen zu erreichen. Mit Google wird täglich von nahezu jedem deutschen Internetnutzer nach Lösungen und Produkten gesucht. Facebook hat weltweit ca. 1,5 Milliarden Nutzer. Es ist beinahe unmöglich, dass Ihre Zielgruppe auf keiner dieser Plattformen zu finden ist. Sie sollten sich also gut überlegen wie Sie diese Möglichkeiten zu Ihrem Vorteil verwenden können.
  2. Posten Sie nicht einfach sinnlose Inhalte, sondern teilen Sie Wissenswertes und Informationen, die in einem Bezug zu Ihrem Unternehmen stehen. Verbreiten Sie in den sozialen Netzwerken nicht nur eigene Inhalte.
  3. Facebook, Google und Twitter sind die großen Player, wenn es um Shared Media geht. Vergessen Sie aber nicht, dass es auch spezielle branchenbezogene Portale gibt, auf denen Sie Ihre Kunden eventuell gezielter erreichen können.

Was ist Earned Media?

Earned Media bezeichnet die gesamte Kommunikation über eine Marke, ein Produkt oder ein Unternehmen, die außerhalb der selbst erstellten Inhalte auf verschiedenen Plattformen stattfindet. Earned Media ist damit sozusagen die Onlineversion der Mund-zu-Mund Propaganda die sich ein Unternehmen im Internet verdient. Dazu gehören Bewertungen und Kommentare ebenso, wie eigener Content der von anderen geteilt wird.

Wichtig:

  1. Earned Media gilt als die Werbeform, die bei Konsumenten das größte Vertrauen genießt. Dummerweise hat man als Unternehmen jedoch kaum bis überhaupt keine Kontrolle über das, was andere in den sozialen Medien oder auf Bewertungsportalen über ein Produkt oder eine Dienstleistung verbreiten. Negative Kritiken und Bewertungen können sich über die sozialen Netzwerke schneller und weiter verbreiten als jemals zuvor.
  2. Kein Unternehmen mag negatives Feedback oder negative Bewertungen. Beobachten Sie das Geschehen rund um Ihr Unternehmen. Führen Sie wöchentlich eine Suche nach dem Unternehmensnamen oder Ihren Produkten durch, um darüber auf dem laufenden zu bleiben, was über Ihre Firma geschrieben wird. Reagieren Sie auf Kritik zeitnah und sachlich.
  3. Damit Ihre Inhalte überhaupt geteilt werden sollten diese einen Nutzen für Ihre Zielgruppe bieten.
  4. Bedanken Sie sich für Retweets, Kommentare und geteilte Inhalte.

Was ist Paid Media?

Paid Media sind alle Veröffentlichungen und Anzeigen für die Sie tatsächlich an einen Dienstleister bezahlen. Dazu gehören kostenpflichtige Presseportal, gekaufte Inhalte und Bilder genauso wie Investitionen in Adwords oder Werbung in den sozialen Medien.

Wichtig:

  1. In Paid Media investieren Sie nicht nur Zeit sondern auch bares Geld. Gehen Sie verantwortungsbewusst mit Ihren Ressourcen um und legen Sie ein klare Strategie fest.
  2. Überprüfen Sie regelmäßig den Erfolg Ihrer bezahlten Kampagnen.
  3. Nutzen Sie auch offline Medien wie lokale Zeitungen oder Flyer um auf Ihre Onlineaktivitäten aufmerksam zu machen.

Fazit

Statt von Paid Media, Owned Media und Earned Media wird heutzutage oft auch von Paid Content, Owned Content, Earned Content gesprochen. Damit sollen, anstelle der Medien, die Nutzer und Inhalte in den Fokus gestellt werden. Aber ganz egal wie man es bezeichnet, wichtig ist und bleibt, dass Sie die Kanäle und Inhalte in einem für Ihr Unternehmen vernünftigen und ausgewogenen Verhältnis nutzen.

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Holger Gassenschmidt

Ich blogge zum weit größten Teil zum Thema Online Marketing und SEO für lokale und regionale KMU. Dabei versuche ich immer mein Wissen allgemein verständlich und in einfachen Worten zu vermitteln, um auch Laien und Anfängern den Zugang zu einem sehr umfangreichen Themengebiet zu erleichtern.

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